Was ist Gestalttherapie?

 

Gestalttherapie ist für mich vor allem Leichtigkeit und Offenheit, Menschen zu begegnen. Der freie Umgang mit Gefühlen ist gewünscht und wird gefördert. Sie spüren den eigenen Ausdruck, sprechen darüber, erfahren Entlastung und Verständnis für die eigene Lebensgeschichte. Dies kann zu mehr Lebendigkeit, Sensibilität, Lebensfreude, Kreativität und letztendlich zu Heilung führen. Wir GestalttherapeutInnen denken, dass die Lehre der humanistischen Bewegung, die Einzigartigkeit jedes Menschen und jeder Begegnung, immer wertvoll bleibt. 

 

Der Begriff ‚Gestalt‘ bedeutet Ganzheit. Körper, Seele und Geist sind eine Einheit und werden  in ihrem Zusammenwirken gesehen. Ungelöste Lebensmuster sind offene Gestalten, die sich eckig, störend anfühlen und hemmend wirken.  Auf symptomatischer Ebene können sich diese in Form von Ängsten, Depressionen oder anderer Beschwerden äußern. Das Ziel ist, die offene Gestalt, das ungelöste Lebensmuster zu vollenden und  zu integrieren.

 

Wichtiger Bestandteil ist das bewusste, wertfreie Wahrnehmen (Gewahrsein) in der Gegenwart: Wie und wofür? Das Erleben und Ausprobieren führt zu mehr Präsenz, Wahlfreiheit und Verantwortungsübernahme im Leben.

 

'Gestalt' ist vor allem Begegnung. Mein Therapieverständnis ist das Bemühen um eine verständnisvolle, wertschätzende Begegnung mit den Menschen, die zu mir kommen. Dadurch erwächst ein tiefes und festes Bündnis für unser gemeinsames Tun. In einer solchen Beziehung können Sie Halt finden in Krisen, Phasen von Trennung oder Neuorientierung. 

 

Mein Ziel ist es, Ihnen einen kreativen, fruchtbaren und sicheren Boden bereitzustellen und Sie in Ihrem Anliegen beratend und therapeutisch zu begleiten.

"Alles Leben ist Veränderung"

Über die Wurzeln

Die Wurzeln der Gestalttherapie  finden sich in der Psychoanalyse, im Existenzialismus, in der Theorie der menschlichen Begegnung von Martin  Buber und dem ZEN. Ins Leben gerufen von den Therapeuten Fritz und Laura Perls aus Karlsruhe.

 

Der Mensch wird am Du zum Ich.  Wir kommen in Kontakt: Ich und Du im Hier und Jetzt und begegnen uns auf Augenhöhe. In einer respektvoll-freundlichen Beziehung kommen wir in den Dialog. Wir stellen die Erfahrung jedes Menschen in den Mittelpunkt. Erfahrungen finden nur in der Gegenwart statt und erfassen den ganze Körper. Im bewussten aktuellen Erleben spüren wir, was in uns selbst und unserer Umwelt vorgeht. Bewusste Erfahrungen sind die Voraussetzung für menschliche Veränderungsprozesse und für den echten Kontakt zu anderen. Durch die Übernahme der Verantwortung für das eigene Leben, die eigenen Erfahrungen und Handlungen erleben wir Wirksamkeit. 

  


Über das Wachsen

Mein lebenslanges Interesse an den Menschen brachte mich zur Psychotherapie. Davor keimte das Bedürfnis, selbst zu wachsen, mich dem Leben entgegenzu-strecken, offener, freier zu werden. Alles Leben ist Veränderung. Veränderungsprozesse beginnen meist mit dem Gefühl der Unzufriedenheit.

 

Übergänge verunsichern, beängstigen. Nach der Phase der Stagnation bieten diese Zwischenräume  außer-ordentliche Chancen inneren Wachstums.

 

Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, sein Leben sinnvoll zu gestalten, Störungen aus eigener Kraft zu überwinden und jeder hat das Potential zu Selbstverwirklichung. Mit Methoden der Selbsterfahrung geben wir dieser Entwicklung Raum. Im Kern kennt jeder Organismus die ihm innewohnende Tendenz, sich selbst zu heilen. Manchmal braucht es hierbei professionelle Begleitung.    


Bewegung und Entfaltung

Oft bewegen wir das, was uns ängstigt hin und her und es bewegt sich scheinbar nichts. Ein erster Schritt ist jedoch bereits Bewegung. Das, was ist, darf sein, sich entfalten, darf gesehen und gelebt werden. Wenn Worte nicht ausreichen, können emotionale kreative (z. B. malen) oder körperliche Ausdrucksformen weiterführen. Ich selbst bin ein Bewegungsmensch, Tanzen ist für mich Lebensfreude. Körperliches Geschehen kann im übertragenen Sinne ebenfalls seelische Entwicklung sein: Sich aufrichten, sich entfalten, sich behaupten, sich der Herausforderung stellen. 

 

 


Über die Reife

Der Philosoph Wilhelm Schmid beschreibt den Seelenraum bestehend aus zwei Ebenen: den imaginären Raum der Vorstellungen und Deutungen und den realen Raum der Energie,  die Konstruktion und das So-Sein. Diese Zusammenhänge sorgen für den Sinn, der in der Seele weit mehr noch als im Körper erfahren wird. 

 

Uns besser kennenlernen heißt, unseren Weg bis heute anschauen, mit Würdigung und Anteilnahme, ohne Schönreden, ohne Kritik. Mit dieser Sicht kommen wir unseren Wünschen und Sehnsüchten näher und können das Wertvolle in unseren Schatten finden.

 

Achtsames Erforschen ist der Anfang jeder Veränderung. Ich kann die Art verändern, wie ich die Welt sehe, wie ich über die Welt und über mich denke und so zu Gelassenheit und Akzeptanz kommen. Ich lasse Abwertungen los, ich nehme mich selbst an. Reife bedeutet ‚in-sich-ruhen‘, ein sinngetragenes, authentisches Leben zu führen in Wertfülle, selbstverwirklicht und selbstbestimmt.